RANTUM
Rantum, ein kleines idyllisches Reetdach-Dörfchen,
besaß dereinst wohl eine alte Kirche, die von der Wanderdünen
mehrfach verschüttet wurde und unter dem schneeweißen Sandstrand
heute nicht mehr zu sehen ist.
Rantum liegt an der schmalsten Stelle der Insel - knapp 800 Meter
trennen hier die beiden Inselseiten, voneinander.
Ob das auch der Grund ist, daß man sich 
hier am "schmalsten" bekleidet? Wohl kaum. 
Die KLASSISCHE FREIKÖRPERKULTUR tarnte: Beim Entfernen eines gestrandeten Butterfasses erwischt, entledigte sie sich blitzschnell ihrer Kleidung, bedeckte damit das Butterfäßchen und erklärte dem drohenden Strandvogt gefaßt, sie nehme nur ein Sonnenbad und reinige dabei ihre Kleider von Läusen. Der Aufsichtsbeamte zog beschämt von dannen.
 
Überhaupt war der Strandraub eine wichtige - 
und vor allem auch kirchlich abgesegnete - 
EINNAHMEQUELLE 
der Rantumer mit ihrem kilometerlangem Strand. 
Holz, Lebensmittel und Gebrauchtsgegenstände . Alles, was angeschwemmt wurde, nahmen sie in 
Besitz. Nicht von ungefähr leitet sich der Name 
Rantum von Ran, der nordischen 
GÖTTIN DES SEETODES,ab. 
Und mit der standen sich die Rantumer 
nun mal besonders gut. 
Sie sollen sogar Kühe mit Fackeln ausgestattet 
haben, um passierende Schiffe in die Irre zu 
führen... 
Doch wenn man die Rantumer heute so erlebt, dann mag man all diese Geschichten
gar nicht so recht glauben. Denn wo früher der Strandraub stattfand,
steht heute friedlich der Strandkorb.
Und wo früher Jagd auf vorbeifahrende Schiffe gemacht wurde,
liegen jetzt unsere Badegäste und schauen den Krabbenfischern bei ihrer Arbeit zu.
Der gemütliche Hafen im Wattenmeer träumt heute im Wechsel der Gezeiten so vor sich hin.
Bis auf das Kreischen der Möwen und das Schnattern der Enten, Gänse
und Schwäne herrscht auch im angrenzenden Natuschutzreservat, dem Rantum-Becken, Ruhe.
Wie die Könige leben die Vögel hier in diesem größten und artenreichsten
SEEVOGELSCHUTZGEBIET der Deutschen Nordseeküste.
Die einzige Bedrohung ist das Meer. Aber dank der Sandvorspülungen
wird Rantum dem Meer wohl auch in Zukunft trotzen!
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