KEITUM
Ja, hier kann man sich auf die FAULE HAUT legen.
Damit befindet man sich in bester Tradition. Keitum ist der Ort,
an dem die stolzen Seeschiffahrtskapitäne ihren wohlverdienten Ruhestand verbrachten.
Nach all den Jahren auf rauher See - voller Abenteuer, Gefahren und Entbehrungen
suchten sie sich diesen wunderschönen kleine Ort aus,
um im Schatten der großen Bäume ihr Häuschen zu bauen und seßhaft zu werden.
Nicht umsonst wird Keitum "GRÜNES HERZ DER INSEL HANS" genannt.
Und so wetteifern hier die Keitumer Kapitäne insgeheim um das schönste Haus im Ort.
Der Wettbewerb ist bis heute nicht wirklich entschieden,
und auch Sie können gerne Ihre Stimme abgeben.
 
Heute ist Keitum ein Luftkurort.
Bis zum 19. Jahrhundert war die 1440
zum ersten Mal erwähnte
PERLE DES WATTENMEERES 
auch der wirtschaftliche Hauptort der Insel
mit dem wichtigsten Hafen und dem größten
Kirchspiel. 
 
Die stattliche Kirche St. Severin,
einst von dem großen Dänenkönig Knut
"gesponsert", zeugt noch heute davon.
Doch wie in jedem idyllischen Örtchen, trügt die Ruhe auch ein bißchen.
Wer genau hinsieht, erkennt auch heute noch, wie sich unter den mächtigen Kronen
der alten Bäume die kleinen Häuschen der längst verstorbenen Kapitäne
leise tuschelnd alte Geschichten erzählen.
Manche sprechen von Seemannsgarn, doch die Eingeweihten wissen,
daß mit den Geistern der Vergangenheit in Keitum nicht zu scherzen ist.
Deshalb seien hiermit alle schönen jungen Männer gewarnt:
Umkreisen Sie den Glockenturm der Inselkirche St. Severin möglichst weitläufig.
In seinem Gemäuer befinden sich nämlich die trapezförmigen Grabsteine
der altfriesischen Damen ING UND DUNG, die den Turm bis zum heutigen Tag
mit einem Fluch belasten. Ihr Groll gegen alle schönen Männer,
bei denen die beiden wohl zeitlebens nicht landen konnte, ging soweit,
daß sie im Jahre 1739 die Kirchenglocke abstürzen ließen,
die auch prompt eines ihrer Haßobjekte erschlug.
Deshalb sollte Man(n) diese Stätte massiven weiblichen Männerhasses nie besuchen,
um diesem kleinen idyllisch wirkenden Dörfchen nicht mit einer weiteren
unschönen Anekdoten zu belasten.
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