ARCHSUM
"LEWER DUAR ÜS SLAAV" - so lautet der Leitspruch von uns Friesen,
der unser ausgeprägtes Freiheitsdenken ausdrückt.
Ob diese Überzeugung auch der Todesgrund jenes jungsteinzeitlichen Artgenossen war,
der im sogenannten "Madjes Keller" seine letzte Ruhestätte gefunden hat,
kann leider niemand beurteilen.
Die Träger und Decksteine dieses MEGALITHEN-GRABES
ragen noch heute gut sichtbar aus dem Wasser hervor und haben die Wissenschaftler
auf viele weitere SIEDLUNGSFUNDE in und um Archsum herum aufmerksam gemacht.
Von der frühzeitlichen Burganlage,ähnlich der in Tinnum,
ist allerdings nichts mehr sichtbar.
Aussichtsreiche Erhöhungen gibt es trotzdem in Archsum.
Die alten Friesenhäuser stehen auf sturmflutsicheren Erhöhungen,
den sogenannten Warften.
Bei einem DEICHSPAZIERGANG am Flutsaum oder
bei einer Radtour durch die Weisen und Felder
am Fuße der Deiche wandert der Blick
landeinwärts.
Seeauswärts zeigen sich die naturgeschützten
Sandinseln, kleine weiße Brutinseln im
Wattenmeer, die folglich nicht betreten werden
dürfen.
"Lieber tot als Sklave" - nicht alle Sylter hatten die Gunst,
diesem Leitspruch folgen zu können.
So wurde der Seemann Andreas Frödden 1724 von Seeräubern gefangen genommen
und landete - wie so viele andere auch - auf dem SKLAVEN-MARKT,von Algier.
Hoffnungslos seinem Sklavenschicksal entgegenschauend,
tippte ihm plötzlich jemand auf die Schulter
und fragte ihn in vertrautem Tonfall:"BEST DÜ ECK EN SÖL'RING?"
Es war der Archsumer Jens Baarthen, der - ebenfalls gefangengenommen
seinem eher freundlosen Sklavendasein durch den Übertritt zum Islam
entkommen war und nun dem anderen Söl'ring aus seiner unangenehmen Situation
wieder zur Freiheit verhalf.
Ja, so sind die Archsumer.
Freundlich und hilfsbereit in jeder Lebenslage! Darauf können Sie sich verlassen!
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